Zum Inhalt springen

PV-Anlage mit Speicher Preis und Kostenfaktoren verstehen

PV-Anlage mit Speicher Preis

Zwei Angebote für dasselbe Einfamilienhaus, dieselbe Dachfläche, dieselbe Anlagengröße von 8,5 Kilowattpeak – und doch liegen 4.200 Euro zwischen ihnen. Wer das erste Mal Angebote für eine PV-Anlage mit Speicher vergleicht, stolpert genau über solche Differenzen und fragt sich zu Recht, was ein Komplettpaket eigentlich kosten muss und wo die Unterschiede herkommen.

Sichern Sie sich Ihr individuelles Angebot!

Die kurze Antwort vorab: Für eine schlüsselfertige Aufdachanlage mit Batteriespeicher zahlen Hausbesitzer aktuell zwischen 1.700 und 2.400 Euro je installiertem Kilowattpeak, wenn der Speicher mitgerechnet wird. Bei einer typischen Anlage zwischen 8 und 10 Kilowattpeak mit einem Speicher von 6 bis 10 Kilowattstunden landet man damit bei Gesamtkosten von rund 16.000 bis 26.000 Euro brutto. Reine Modul- und Wechselrichtertechnik ohne Speicher liegt deutlich darunter, oft bei 1.100 bis 1.500 Euro je Kilowattpeak. Der Speicher selbst schlägt mit 700 bis 1.200 Euro je Kilowattstunde Kapazität zu Buche, je nach Batterietechnik, Marke und Einbauort.

Im Komplettpaket stecken mehr Positionen, als auf den ersten Blick sichtbar sind. Dazu gehören die Module, der Wechselrichter, das Montagegestell, die Verkabelung, der Batteriespeicher samt Batteriewechselrichter oder Hybridwechselrichter, ein Energiemanagementsystem, die Montage durch den Fachbetrieb, das Gerüst, die Anmeldung beim Netzbetreiber und beim Marktstammdatenregister sowie häufig ein Zähler- oder Zählerschranktausch. Wer ein Angebot liest, sollte genau prüfen, ob diese Punkte einzeln aufgeführt sind oder ob sich hinter einem niedrigen Gesamtpreis Leistungen verstecken, die später separat berechnet werden. Ein sauberes Angebot listet Anlagengröße in Kilowattpeak, Speicherkapazität in Kilowattstunden, Modultyp, Wechselrichterleistung und alle Nebenkosten getrennt auf.

Wie stark der Preis je Kilowattpeak schwankt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein einfaches Satteldach mit Südausrichtung und wenig Verschattung lässt sich schneller und günstiger montieren als ein verwinkeltes Walmdach mit mehreren Dachflächen und Gauben. Auch die Entfernung zum Zählerschrank, die Kabelwege bis zum Speicherstandort im Keller oder Hausanschlussraum und die Notwendigkeit eines Gerüsts wirken sich auf den Montageaufwand aus. Größere Anlagen sind je Kilowattpeak günstiger, weil sich Fixkosten für Gerüst, Anfahrt und Planung auf mehr Leistung verteilen. Wer stark verschattete Dachflächen hat, braucht möglicherweise Leistungsoptimierer je Modul, was den Preis zusätzlich anhebt.

Der Speicher ist der Teil des Pakets, über den sich am meisten diskutieren lässt, weil sein wirtschaftlicher Nutzen stark vom Verbrauchsprofil abhängt. Ohne Speicher erreichen die meisten Haushalte eine Eigenverbrauchsquote von 25 bis 35 Prozent, weil der Solarstrom vor allem mittags anfällt, während der Verbrauch morgens und abends höher ist. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt die Quote auf 55 bis 70 Prozent, in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem E-Auto mit gesteuertem Ladevorgang teils noch höher. Als grobe Faustregel gilt eine Speichergröße von einer Kilowattstunde je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, wobei ein zu groß dimensionierter Speicher selten wirtschaftlich ist, weil die letzten Kilowattstunden Kapazität kaum noch zusätzlichen Eigenverbrauch bringen, aber voll bezahlt werden müssen.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Solaranlage kaufen: Der Ablauf von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme.

Erfahren Sie die besten Preisoptionen!

Für die Amortisation rechnet man mit den eingesparten Strombezugskosten und der Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Strom. Bei einem Strompreis von 30 bis 35 Cent je Kilowattstunde und einer Einspeisevergütung, die aktuell deutlich darunter liegt, lohnt sich vor allem der Eigenverbrauch, nicht die Einspeisung. Eine Anlage mit Speicher amortisiert sich unter realistischen Bedingungen meist nach 10 bis 15 Jahren, eine Anlage ohne Speicher oft schon nach 7 bis 10 Jahren, da der Speicher die Anfangsinvestition erhöht, ohne im gleichen Maß die Einnahmen zu steigern. Wie schnell sich die Investition tatsächlich rechnet, hängt von Dachausrichtung, Verschattung, Verbrauchsprofil und nicht zuletzt vom tatsächlich gezahlten Angebotspreis ab – pauschale Versprechen sollte man mit Vorsicht lesen.

Die Kehrseite des Speichers darf im Kostenvergleich nicht fehlen. Batteriespeicher altern, verlieren pro Jahr etwa 1 bis 2 Prozent ihrer Kapazität und werden vom Hersteller meist mit einer Garantie über 10 Jahre oder eine bestimmte Zahl an Ladezyklen abgesichert, danach sinkt die nutzbare Kapazität spürbar. Der Platzbedarf ist nicht zu unterschätzen, größere Systeme benötigen einen trockenen, temperierten Raum, oft den Keller oder die Garage, und je nach Bauart gelten Abstands- und Brandschutzvorgaben, die der Fachbetrieb einhalten muss. Zusätzlich fällt ein Wechselrichter oder Hybridwechselrichter für den Speicher an, der ebenfalls eine begrenzte Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren hat und irgendwann ausgetauscht werden muss. Wer diese Folgekosten nicht einplant, unterschätzt die tatsächliche Gesamtrechnung über die Nutzungsdauer der Anlage.

Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: pv anlage mit speicher.

Bei Einspeisevergütung, Förderung und Steuern gilt: Die Höhe der Vergütung für eingespeisten Strom legt die Bundesnetzagentur fest und passt sie regelmäßig an, aktuelle Sätze sind dort sowie beim jeweiligen Netzbetreiber einzusehen, der auch für Anmeldung und Zählerwechsel zuständig ist. Für die Anschaffung selbst gibt es je nach Bundesland und Kommune eigene Förderprogramme, während bundesweite Förderungen etwa über die KfW an Bedingungen geknüpft sein können, die sich ändern. Seit einigen Jahren entfällt für kleine private Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen die Umsatzsteuer auf Anschaffung und Installation, zudem sind Einnahmen aus kleinen Anlagen unter bestimmten Leistungsgrenzen einkommensteuerlich befreit. Da sich diese Regelungen ändern können und vom Einzelfall abhängen, sollte jeder Hausbesitzer die aktuellen Bedingungen vor Vertragsabschluss beim Finanzamt oder bei einem Steuerberater sowie beim zuständigen Netzbetreiber prüfen, statt sich auf Aussagen aus dem Verkaufsgespräch zu verlassen.

Maximieren Sie Ihre Einsparungen sofort!

Ein gutes Angebot erkennt man weniger am Gesamtpreis als an seiner Nachvollziehbarkeit. Seriöse Anbieter legen eine Ertragsprognose mit den zugrunde gelegten Annahmen zu Ausrichtung, Neigung und Verschattung vor, benennen Modul- und Wechselrichterhersteller mit Datenblatt und geben die Garantiebedingungen für Speicher und Wechselrichter schriftlich an. Wer all diese Aspekte berücksichtigt, kann eine fundierte Entscheidung treffen und die Kosten für eine PV-Anlage mit Speicher besser einschätzen.

Solarteure aus dem Verzeichnis

Geben Sie Ihre Postleitzahl ein, um Betriebe in Ihrer Nähe zu sehen.

Zur Reihenfolge: Betriebe mit gebuchtem Premium- oder Business-Paket werden vorrangig angezeigt.

Alle 2855 Solarteure ansehen

Häufig gestellte Fragen

Was beeinflusst den Preis einer PV-Anlage mit Speicher?

Der Preis wird von Faktoren wie Dachart, Anlagengröße, Speichergröße und Montageaufwand beeinflusst. Auch die verwendete Technik spielt eine Rolle.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten für eine PV-Anlage mit Speicher?

Hausbesitzer zahlen zwischen 16.000 und 26.000 Euro brutto für eine typische Anlage mit Speicher. Der Preis pro Kilowattpeak liegt zwischen 1.700 und 2.400 Euro.

Wie lange dauert die Amortisation einer PV-Anlage mit Speicher?

Die Amortisation dauert in der Regel zwischen 10 und 15 Jahren. Ohne Speicher kann sich die Anlage oft schon nach 7 bis 10 Jahren amortisieren.

Welche Förderungen gibt es für PV-Anlagen?

Es gibt verschiedene Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene. Aktuelle Informationen erhalten Sie beim zuständigen Netzbetreiber oder beim Finanzamt.

Was passiert mit dem Batteriespeicher nach 10 Jahren?

Batteriespeicher verlieren jährlich 1 bis 2 Prozent ihrer Kapazität. Nach 10 Jahren kann die nutzbare Kapazität spürbar sinken, daher ist eine Garantie wichtig.