Wer eine Photovoltaikanlage installieren möchte, denkt meist zuerst an Module, Wechselrichter und Speicher. Doch ein oft unterschätzter Bestandteil der gesamten Anlage ist der Zählerschrank – das Herzstück der elektrischen Infrastruktur. Er verbindet die PV-Anlage mit dem Stromnetz und sorgt für eine sichere und normgerechte Erfassung von Verbrauch und Einspeisung. In diesem Artikel erfährst du, welche Voraussetzungen dein Stromzähler und Zählerschrank erfüllen müssen, ob ein Umbau nötig ist und wie du mögliche Probleme frühzeitig erkennst.
🧰 Anforderungen an den Zählerschrank #
Ein Zählerschrank für eine PV-Anlage muss bestimmte technische und sicherheitsrelevante Anforderungen erfüllen:
- Zweirichtungszähler: Er misst sowohl den bezogenen Strom aus dem Netz als auch den eingespeisten Solarstrom.
- Einspeisezähler (bei Volleinspeisung): Separater Zähler zur Erfassung der eingespeisten Energie.
- Rücklaufsperre: Verhindert, dass bezogener und eingespeister Strom vermischt werden.
- Überspannungsschutz: Pflicht auf AC- und DC-Seite seit 2024.
- Sicherungen und Leitungsschutzschalter: Für die PV-Stromkreise.
- Smart Meter Gateway (ab 7 kWp Pflicht): Für digitale Erfassung und Steuerung.
🏠 Platz und Aufbau im Zählerschrank #
Der Zählerschrank muss ausreichend Platz bieten für:
- Zählerfelder (für Bezug und Einspeisung)
- Kommunikationsmodule (Smart Meter, Router)
- Schutztechnik (Überspannungsschutz, FI-Schalter)
Die Größe wird in Teilungseinheiten (TE) gemessen – eine TE entspricht 17,5 mm Breite. Moderne Anlagen benötigen oft mehr als 36 TE, je nach Ausstattung.
⚠️ Wann ist ein Umbau notwendig? #
Ein Umbau ist erforderlich, wenn:
- Der vorhandene Zählerschrank nicht den aktuellen VDE-Normen entspricht.
- Kein Platz für zusätzliche Komponenten vorhanden ist.
- Der Zählerkasten vor dem Jahr 2000 installiert wurde.
- Eine wesentliche Erweiterung der Elektroinstallation erfolgt (z. B. PV-Anlage, Wallbox, Speicher).
In solchen Fällen muss der Zählerschrank modernisiert oder ersetzt werden – oft mit Kosten zwischen 1.500 und 5.000 €.
🔌 Der Zählertausch – Ablauf und Zuständigkeit #
Der Zählertausch erfolgt durch den Netzbetreiber oder einen zertifizierten Elektriker. Der Ablauf:
- Anmeldung der PV-Anlage beim Netzbetreiber
- Prüfung der technischen Voraussetzungen
- Terminvereinbarung für den Zählertausch
- Einbau des Zweirichtungszählers oder Smart Meters
- Inbetriebnahme der Anlage
Wichtig: Ohne passenden Zähler ist keine Einspeisung möglich.
🧱 Was tun bei veralteten Zählerschränken? #
Wenn dein Zählerschrank nicht geeignet ist:
- Bestandsschutz gilt nur bei unveränderter Nutzung.
- Bei PV-Installation ist meist eine wesentliche Änderung gegeben.
- Ein Elektriker prüft, ob eine Nachrüstung möglich ist oder ein Neubau nötig wird.
Tipp: Lass deinen Zählerschrank vor der PV-Planung prüfen, um Verzögerungen zu vermeiden.
❓ FAQ – Häufige Fragen zum Zählerschrank #
Brauche ich einen neuen Zählerschrank für meine PV-Anlage?
Nur wenn der vorhandene Schrank nicht den aktuellen Normen entspricht oder zu wenig Platz bietet.
Was ist ein Zweirichtungszähler?
Ein Zähler, der sowohl den Strombezug als auch die Einspeisung misst.
Ist ein Smart Meter Pflicht?
Ab 2025 für Anlagen ab 7 kWp gesetzlich vorgeschrieben.
Was kostet ein neuer Zählerschrank?
Je nach Ausstattung zwischen 1.500 und 5.000 €, inkl. Montage.
Wer tauscht den Stromzähler aus?
Der Netzbetreiber oder ein zugelassener Elektriker – nach Anmeldung der PV-Anlage.
Kann ich den Umbau selbst vornehmen?
Nein – Arbeiten am Zählerschrank sind ausschließlich Fachbetrieben vorbehalten.
🧪 Tipps zur Zählerschrank-Prüfung #
🔍 1. Alter des Zählerschranks prüfen #
- Ist dein Zählerschrank vor dem Jahr 2000 installiert worden, ist ein Umbau sehr wahrscheinlich nötig.
- Ältere Schränke entsprechen oft nicht den aktuellen VDE-Normen und bieten zu wenig Platz für moderne Komponenten.
📏 2. Platzangebot kontrollieren #
- Prüfe, ob genügend Teilungseinheiten (TE) vorhanden sind – moderne PV-Anlagen benötigen oft mehr als 36 TE.
- Zusätzliche Komponenten wie Smart Meter, Überspannungsschutz oder Kommunikationsmodule brauchen Platz.
⚡ 3. Zählerart identifizieren #
- Ist ein Zweirichtungszähler bereits vorhanden? Falls nicht, muss dieser durch den Netzbetreiber eingebaut werden.
- Bei Volleinspeisung kann ein separater Einspeisezähler erforderlich sein.
🛠️ 4. Zustand und Sicherheit bewerten #
- Achte auf korrekte Verdrahtung, intakte Sicherungen und saubere Klemmstellen.
- Der Schrank sollte übersichtlich, gut belüftet und leicht zugänglich sein.
📋 5. Fachbetrieb zur Prüfung beauftragen #
- Ein zertifizierter Elektriker kann den Zählerschrank fachgerecht prüfen und dir sagen, ob ein Umbau oder Austausch nötig ist.
- Viele Solarteure bieten diesen Service im Rahmen der PV-Planung an.
📌 Zusammenfassung #
Der Zählerschrank ist ein zentraler Bestandteil deiner PV-Anlage. Er muss:
- Genügend Platz für Zähler, Schutztechnik und Kommunikation bieten
- Den aktuellen VDE-Normen entsprechen
- Einen Zweirichtungszähler oder Smart Meter aufnehmen können
💡 Tipp zum Schluss: Hol dir unbedingt mehrere Vergleichsangebote von zertifizierten Solarteuren und Elektrikern ein. So findest du die beste Lösung für deine bestehende Elektroinstallation und deine neue PV-Anlage.
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