🌥️ Viele Menschen, die über die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nachdenken, stellen sich die Frage: Lohnt sich Solarstrom überhaupt in Deutschland – bei häufig bewölktem Himmel und langen Wintern? Die gute Nachricht: Ja, Solaranlagen funktionieren auch bei diffusem Licht und niedrigen Temperaturen. In diesem Artikel erfährst du, wie PV-Anlagen unter verschiedenen Wetterbedingungen arbeiten und was du bei der Planung beachten solltest.
Stromerzeugung bei bewölktem Himmel #
☁️ Auch wenn die Sonne nicht direkt scheint, trifft diffuses Licht auf die Solarmodule. Moderne PV-Anlagen sind so konzipiert, dass sie auch bei Wolken, Nebel oder Dunst Strom erzeugen – wenn auch weniger als bei direkter Sonneneinstrahlung.
Typische Werte:
- Leichte Bewölkung: ca. 50–70 % der Maximalleistung
- Starke Bewölkung: ca. 10–30 %
- Regen oder Nebel: unter 10 %, aber nicht null
Die genaue Leistung hängt von der Modulqualität und der Lichtempfindlichkeit ab.
Stromerzeugung im Winter #
❄️ Im Winter sind die Tage kürzer und die Sonne steht tiefer – das reduziert die Stromerzeugung. Dennoch kann eine PV-Anlage auch in der kalten Jahreszeit effizient arbeiten, denn:
- Kälte erhöht den Wirkungsgrad der Solarzellen.
- Reflexion durch Schnee kann die Einstrahlung verstärken.
- Schnee auf den Modulen reduziert die Leistung – aber meist nur kurzzeitig.
In Deutschland erzeugt eine PV-Anlage im Winter etwa 20–30 % des Jahresertrags – abhängig von Standort und Wetter.
Einflussfaktoren auf die Winterleistung #
📊 Die Leistung im Winter hängt von mehreren Faktoren ab:
- Dachneigung: Steile Dächer (35–45°) lassen Schnee schneller abrutschen.
- Ausrichtung: Süddächer sind ideal, Ost-West-Ausrichtungen liefern weniger.
- Modultechnik: Glas-Glas-Module und bifaziale Module sind robuster und effizienter.
- Verschattung: Im Winter sind Schatten durch tief stehende Sonne besonders kritisch.
Tipps zur Optimierung bei schlechtem Wetter #
🧠 Auch bei ungünstigen Bedingungen lässt sich die Leistung verbessern:
- Hochwertige Module wählen mit gutem Schwachlichtverhalten.
- Wechselrichter mit MPP-Tracking nutzen, um auch bei geringer Einstrahlung optimal zu arbeiten.
- Schnee regelmäßig entfernen, wenn sicher möglich.
- Eigenverbrauch optimieren, z. B. durch Speicher oder intelligente Steuerung.
Stromertrag im Jahresverlauf #
📅 Der Stromertrag einer PV-Anlage ist nicht gleichmäßig verteilt. Die höchsten Erträge gibt es von April bis September, während die Monate November bis Februar deutlich weniger Strom liefern. Dennoch ist die Anlage ganzjährig aktiv und trägt zur Versorgung bei.
Häufige Fragen (FAQ) #
❓ FAQ – Schnell erklärt
Erzeugt meine Anlage auch bei Regen Strom?
➡️ Ja, aber deutlich weniger – etwa 10–20 % der Maximalleistung.
Was passiert, wenn Schnee auf den Modulen liegt?
➡️ Die Leistung sinkt, aber Schnee rutscht meist schnell ab oder schmilzt durch die Modulwärme.
Lohnt sich eine PV-Anlage in Norddeutschland?
➡️ Ja, auch dort sind die Erträge wirtschaftlich – mit etwas geringerer Jahresleistung.
Kann ich im Winter autark sein?
➡️ Vollständige Autarkie ist schwer, aber mit Speicher und guter Planung möglich.
Vorteile von bifazialen Modulen im Winter #
🌨️ Bifaziale Solarmodule sind eine innovative Weiterentwicklung klassischer PV-Module. Sie nutzen nicht nur die direkte Sonneneinstrahlung auf der Vorderseite, sondern auch das reflektierte Licht auf der Rückseite – z. B. vom Boden, Schnee oder hellen Oberflächen.
Gerade im Winter bieten sie besondere Vorteile:
1. Nutzung von reflektiertem Sonnenlicht #
❄️ Schnee reflektiert Sonnenlicht besonders gut. Bifaziale Module können dieses Licht auf der Rückseite nutzen und so zusätzlichen Strom erzeugen, selbst wenn die direkte Einstrahlung gering ist.
2. Höherer Gesamtertrag bei tief stehender Sonne #
🌅 Im Winter steht die Sonne tiefer. Dadurch trifft Licht in einem flacheren Winkel auf die Module – was die Rückseite stärker einbezieht. Bifaziale Module profitieren davon und liefern mehr Energie als einseitige Module.
3. Bessere Leistung bei diffusem Licht #
🌥️ Auch bei bewölktem Himmel ist die Lichtverteilung gleichmäßiger. Bifaziale Module können diffuses Licht von beiden Seiten nutzen und so die Leistung stabilisieren.
4. Ideal für Freiflächenanlagen oder helle Untergründe #
🏞️ Besonders effektiv sind bifaziale Module auf hellen Flächen, z. B. Kies, Beton oder Schnee. In solchen Umgebungen kann die Rückseite bis zu 10–20 % Mehrertrag liefern – je nach Standort und Jahreszeit.
Zusammenfassung #
📌 Eine Photovoltaikanlage funktioniert auch bei bewölktem Himmel und im Winter – wenn auch mit reduzierter Leistung. Diffuses Licht reicht aus, um Strom zu erzeugen, und kalte Temperaturen können den Wirkungsgrad sogar verbessern. Mit der richtigen Technik und Planung lässt sich auch in der dunklen Jahreszeit ein sinnvoller Beitrag zur Stromversorgung leisten.
Vor der Anschaffung solltest du unbedingt Vergleichsangebote einholen, um die passende Anlagengröße, Modultechnik und Speicherlösung für dein Zuhause zu finden. So profitierst du ganzjährig von sauberem Solarstrom.
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