Photovoltaik-Anbieter insolvent – was bedeutet das? #
Die Insolvenz eines Photovoltaik-Anbieters kann für Kunden erhebliche Auswirkungen haben. Offene Aufträge, Garantiefragen und Serviceleistungen stehen plötzlich auf der Kippe. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie richtig reagieren und Ihre Investition schützen.
Welche Risiken bestehen für PV-Kunden? #
- Unfertige Anlagen: Bereits bezahlte, aber nicht installierte Systeme können gefährdet sein.
- Garantieprobleme: Herstellergarantien bleiben bestehen, aber die Abwicklung über den insolventen Anbieter entfällt.
- Serviceausfall: Wartungsverträge und Monitoring-Dienste können hinfällig werden.

Erste Schritte nach Bekanntwerden der Insolvenz #
- Status prüfen: Handelt es sich um eine vorläufige Insolvenz oder das Hauptverfahren?
- Insolvenzverwalter kontaktieren: Er ist Ihr Ansprechpartner für offene Forderungen.
- Unterlagen sichern: Verträge, Rechnungen, Zahlungsbelege und Schriftverkehr sammeln.
Forderung anmelden – so geht’s #
Ihre Ansprüche müssen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Enthalten sein sollten:
- Kontaktdaten
- Forderungsbetrag inkl. Zinsen bis zur Verfahrenseröffnung
- Forderungsgrund (z. B. Anzahlung für PV-Anlage)
- Belege (Verträge, Rechnungen, Zahlungsnachweise)
Die Anmeldung erfolgt schriftlich oder elektronisch über einen sicheren Übermittlungsweg (§130a ZPO).
Was passiert mit Garantien und Service? #
Herstellergarantien bleiben bestehen, da sie unabhängig vom Anbieter sind. Prüfen Sie, ob Sie direkt beim Hersteller Ansprüche geltend machen können. Für Wartungsverträge müssen Sie ggf. einen neuen Dienstleister beauftragen.
Tipps zur Risikominimierung #
- Zahlen Sie größere Beträge erst nach Leistungserbringung oder wählen Sie einen Anbieter, der ohne Vorkasse arbeitet.
- Prüfen Sie die Bonität des Anbieters vor Vertragsabschluss.
- Setzen Sie auf Hersteller mit direkter Garantieabwicklung.
Firmenschließungen #
Gerade im Photovoltaik-Bereich gibt es viele Unternehmer, die auf den Zug aufgesprungen sind um beim Boom mitzuverdienen.
Die deutsche Photovoltaik-Branche erlebt derzeit eine harte Marktbereinigung. Neben Insolvenzen und Betriebsschließungen – insbesondere bei Eigensonne, Amia Energy, Envoltec, Enersol und Meyer Burger – erwarten Experten, dass weitere Anbieter folgen könnten. Ursachen sind insbesondere Billigimporte, gesunkene Nachfrage und höhere Kosten. Zahlreiche Projekte sind betroffen, und Kunden sowie Beschäftigte müssen sich auf Einschränkungen einstellen.
FAQ – Häufige Fragen #
Was passiert mit meiner Anzahlung?
Sie müssen die Forderung im Insolvenzverfahren anmelden. Ob Sie Ihr Geld zurückerhalten, hängt von der Insolvenzmasse ab.
Kann ich die Anlage trotzdem fertigstellen lassen?
Ja, aber Sie müssen einen neuen Anbieter beauftragen. Prüfen Sie vorher die Eigentumsrechte an den gelieferten Komponenten.
Bleibt die Herstellergarantie bestehen?
Ja, diese ist unabhängig vom insolventen Anbieter.
Wer informiert mich über den Stand des Verfahrens?
Der Insolvenzverwalter veröffentlicht wichtige Informationen auf dem Insolvenzportal oder seiner Website. Hier findest Du: Insolvenzbekannmachungen
Muss ich einen Anwalt einschalten?
Es ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sinnvoll sein, wenn hohe Beträge oder komplexe Vertragslagen bestehen.
Kann ich meine PV-Anlage verkaufen?
Ja, sofern Sie Eigentümer sind. Prüfen Sie jedoch, ob Sicherungsrechte des insolventen Unternehmens bestehen.
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Disclaimer:
Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche rechtliche Auskünfte oder Entscheidungen solltest du dich an eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt wenden.